Selbstversuch der Zweite: Wie kann ich ein Brownies-Rezept mit Storytelling in Verbindung bringen?

Ich glaube nicht, dass ich mich weit aus dem Fenster lehne, wenn ich sage: Die menschliche Evolution basiert auf Geschichten. Schon seit der Steinzeit wurde Wissen damit transportiert. Höhlenmalereien sind eigentlich auch Geschichten. Menschen erinnern sich besser daran, als an Fakten. Patrick Moreau hat in seinem Paper „The Story of Story“ drei Merkmale definiert, warum ausführliche Geschichten in den Köpfen der Menschen eher in Erinnerung bleiben, als kurze Fakten. Diese wurden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Storytelling 1“ mit Hubert Weitzer behandelt.

Die erzählerische Reise: Gute und fesselnde Geschichten schaffen es, Menschen für eine kurze Zeit in eine andere Welt zu transportieren. Das kann so weit gehen, dass der Betrachter die Objektivität verlieren kann. Personen, die sich in eine Story hineinversetzen, erkennen keine falschen Informationen und die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmt.

Die emotionale Schwere: Menschen treffen Entscheidungen immer anhand ihrer Gefühle, obwohl dies bei diversen rationalen Entscheidungen nicht auf den ersten Blick zutreffen mag. Wenn sich eine Person für etwas entschieden hat, dann findet man rasch plausible Argumente, um diese Entscheidungen zu untermauern. So ist es auch bei einer Geschichte: Je mehr sich der Betrachter dem Charakter verbunden fühlt, desto positiver wirkt es sich für die Geschichte aus.

Das Komplizen-Gefühl: Gute Geschichten lassen den Betrachter ein Teil des Ganzen werden. Man fühlt sich ab und an sogar als Komplize. Es ist wichtig, dass eine Story nicht von Anfang an alle möglichen Handlungsoptionen vorstellt, sondern die Möglichkeit noch offengelassen wird. Eine vorgefertigte Lösung bei Storys ist nie eine gute Idee. Das Publikum soll sich nicht die Lösung vorab ausmalen können, sondern selbst involviert werden.

Warum Geschichten erzählen in der Social Media Kommunikation immer wichtiger wird?

Die Social Media Landschaft besteht nicht nur aus Facebook, Instagram, Twitter und Snapchat. Es gibt noch viel mehr Plattformen, wo Menschen aus verschiedenen Gründen angemeldet sind. Um auf einer der Plattformen (oder am besten auf allen) Storytelling betreiben zu können, sollte man auf die Punkte Rücksicht nehmen, warum Geschichten erfolgreich sind. Auch sollte man folgende Punkte berücksichtigen, wenn man sich an die Konzeption einer Storytelling-Kampagne macht. [1]

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Saftige Brownies und durchdachte Social Media Storytelling Kampagnen brauchen mindestens 6 Zutaten.

Ja, richtig gehört! Es gibt ein leckeres und einfaches Rezept, das sowohl für Social Media Kampagnen, als auch für Brownies gilt. Aber Achtung: Verdreht nicht die Zutaten untereinander und schmeißt keine Menschen in den Brownies-Teig!!

Die Brownies-Zutaten

Die Brownies-Zutaten

Die Schokolade: Diese ist die Basis der Brownies, woher auch die braune Farbe des Kuchens kommt. Bei der Social Media Kampagne eines Unternehmens ist die Schokolade ein Synonym für den Grund. Bei einer Kampagne ist dies immer das Produkt oder das Unternehmen, welches in der Geschichte in den Vordergrund gestellt wird. Hierbei wird dieser als Teil einer Lösung kommuniziert, damit um die Marke eine Geschichte mit einem plausiblen Kontext erzählt werden kann.

Die Butter: Diese wird zusammen mit der Schokolade geschmolzen, damit die Brownies ihre „chewy“ Konsistenz nach dem Backen bekommen. Um die richtige Konsistenz in einer Storytelling Kampagne zu erzielen, sollte man sich mit der Zielgruppe beschäftigen. Selten ist es einem Produkt oder einer Marke möglich, mit einer Kampagne alle Zielgruppen zu bedienen. In dieser Phase kann man sogar noch einen Schritt weitergehen und aus den Zielgruppen Personas kreieren, mit welchen man eine Testing Phase bestreitet.

Zucker: Da Kochschokolade nicht so süß ist wie Milchschoki, sollte auch immer Zucker in den Brownies-Teig beigemengt werden. Wenn bei einer Kampagne der Grund, der im Mittelpunkt steht, fixiert ist, ist die nächste Zutat der Inhalt bzw. die Handlung der Geschichte. Dabei steht die bestmögliche Inszenierung des Produktes im Vordergrund.

Die Eier: Diese sind wohl aus fast keinem Kuchen wegzudenken (außer natürlich aus den veganen). Was bei Kampagnen wichtig ist, die in den Lebenswelten der Rezipienten bleiben sollen, ist Authenzität. Das Produkt sollte die Lösung eines Problems darstellen. Wenn das Dilemma jedoch fernab von jeglicher Realität ist, dann ist die Nähe zum Menschen nicht gegeben. Echte Geschichten sind erfolgreicher, als Märchen, denn wir leben in keiner Märchenwelt.

Das Mehl: Zum Schluss gibt man das Mehl dazu, verrührt es im Teig, bevor die geschmolzene Schoko-Butter Masse hinzugefügt wird. Bei Storytelling-Kampagnen sollte man Schluss die Emotionen bedenken. Diese sind eine sehr wichtige Komponente bei solchen Kampagnen. Sachliche Inhalte, wie in beispielsweise Schulbüchern kennen wir alle. Und wir wissen, diese werden zwar gelesen, aber im Gedächtnis bleiben diese allerspätestens bis die nächste Prüfung vorbei ist. Um nicht in Vergessenheit zu geraten, ist es wichtig, den Betrachter der Story emotional anzuregen, damit er mit meiner Marke oder Produkt etwas verbindet. [2]

Die letzte Zutat: Bilder und Walnüsse

Bilder sind für einen emotionalen Transport elementar. Damit können Emotionen von Menschen schneller erfasst werden, als ein Text mit 100 Wörtern. Visuelle Kommunikation mittels Images oder Videos sind im Storytelling wichtig. Betrachtet man diverse Best Practice Beispiele, wie beispielsweise Edeka, sieht man ganz klar, dass Video und Ton wichtig waren. Diese können Inhalte besser transportieren, als nur ein geschriebener Text. Geschichten in Büchern sind hierbei eine ganz andere Kategorie. Ein gut geschriebener Text kann natürlich Bilder in Köpfen hervorrufen, aber nicht schneller erfassen. Alles in allem erzählt ein Bild schneller eine Geschichte als 1.000 Worte.[3]

 

Diese Faktoren sind kein Garant für die Viralität oder den Erfolg einer Storytelling Kampagne, unter anderem auch auf Social Media Plattformen. Jedoch können diese die Konzeption unterstützen und die Marke so wie gewünscht in den Köpfen der Zielgruppe oder Personas positionieren. In der Konzeption liegt die Kraft. Erst wenn eine durchdachte Strategie vorhanden ist, kann einen Fahrplan für Social Media erstellen und das Konzept operativ umsetzen. Die oben genannten Faktoren können aber natürlich auch für andere Kanäle genützt werden, wenn sich ein Unternehmen entscheidet Storytelling-Kampagnen durchzuführen.

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Falls ihr jetzt ein Verlangen nach Brownies habt, hier mein supertolles und megaleckeres Rezept:

150g Schokolade
100g Butter
2 Eier
100g Zucker
50g Mehl
gehackte Walnüsse nach belieben
Optional: Buttervanille-Aroma

How to: 

  • Schokolade und Butter schmelzen. Auskühlen lassen.
  • Eier und Zucker schaumig rühren.
  • Die restlichen Zutaten hinzufügen.
  • Geschmolzene Schokolade in die Masse geben.
  • Am Schluss Walnüsse hinzugeben.
  • 30 Minuten bei 180 Grad backen.
  • Kurz auskühlen lassen.

 

Fertige Brownies

 

Viel Spaß beim Ausprobieren 😉

 

Alles Liebe,

Ana

 

 

[1] vgl. Idl, Irina (2016): Heute verkauft man Produkte mit guten Geschichten, https://www.welt.de/icon/design/article155995347/Heute-verkauft-man-Produkte-mit-guten-Geschichten.html (Stand: 07.06.2017).

[2] Mit Storytelling Marketing erfolgreich Content entwickeln:  http://blog.mark-lotse.com/mit-storytelling-marketing-erfolgreichen-content-entwickeln (Stand: 06.06.2017).

[3] Definition Storytelling:  http://www.digitalwiki.de/storytelling/ (Stand: 06.06.2017).

 

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